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Luigi Nonos «Intolleranza» in Hannover

(30.08.2010)

Obwohl «Intolleranza 1960», das Luigi Nono seinem Schwiegervater Arnold Schönberg widmete, mit vielen konkreten Bezügen im Entstehungsjahr verortet ist, weist es doch über seine Zeit hinaus und stellt auch 50 Jahre später zentrale Fragen an jeden politisch mündigen Menschen: Wie verhalte ich mich als Individuum im Rahmen eines Kollektivs? Passe ich mich an oder schere ich aus? Wo beginnt soziales Denken? Was heißt politisches Bewusstsein? Und: Wie sehen unsere Utopien heute aus? Am 9. September 2010 hat das Stück an der Staatsoper Hannover Premiere. Es inszeniert Benedikt von Peter. Mehr unter www.staatstheater-hannover.de


Christoph Schlingensief ist tot

(24.08.2010)

Der Film-, Theater- und Opernregisseur Christoph Schlingensief ist seinem Krebsleiden erlegen. Er starb am 21. August 2010 in seinem Wohnort Berlin. Schlingensief wäre im Oktober 50 Jahre alt geworden. Er galt als einer der innovativsten, wichtigsten und umstrittensten Vertreter des deutschsprachigen Kulturbetriebs. Der Deutsche Bühnenverein zum Tod von Schlingensief: «Christoph Schlingensief wird uns fehlen mit seinen unglaublichen Fantasien, seinen grenzenlosen Assoziationen, seinen Provokationen, seinen verrückten Ideen, seinen lustigen, klugen Bemerkungen, die oft bis ins Mark trafen, seiner Liebe zu den Menschen, besonders zu den Schwachen, und seiner detailversessenen, schonungslosen Selbstbeobachtung. Mit seinem Tod haben wir einen wunderbaren Künstler und Menschen verloren.»


Look at Beethoven 2010

(17.08.2010)

Das Beethovenfest Bonn organisiert seit 2006 den Kurzfilmwettbewerb «Look at Beethoven». In diesem Jahr galt es für die Teilnehmer, vor dem Hintergrund des Festivalmottos «Utopie und Freiheit in der Musik» Kurzfilme für die unterschiedlichen Aspekte klassischer Musik bei gleichzeitiger völliger formaler Freiheit zu finden. Von den zahlreichen Einsendungen wählte eine sechsköpfige Jury fünf Projekte aus, die mit einem Produktionskostenzuschuss von jeweils 2000 Euro gefördert wurden. Der Jury gehören Lothar Mattner vom Westdeutschen Rundfunk, Ulrich Mosch von der Paul Sacher Stiftung, Katrin Rabus vom Fernsehforum für Musik und Norbert Waldmann vom Südwestrundfunk an sowie Ilona Schmiel, Intendantin des Beethovenfestes Bonn, und der Regisseur Enrique Sánchez Lansch. Letzterer hat «Look at Beethoven» von Anfang an begleitet und mitgestaltet. Er wird die Premiere der geförderten Filme am 9. September 2010 um 19 Uhr im Auditorium des Kunstmuseums Bonn moderieren. Vom 10. September bis 9. Oktober 2010 sind die prämierten Kurzfilme in der Rotunde des Kunstmuseums Bonn zu sehen. Begleitend zum Kurzfilmwettbewerb zeigt das Beethovenfest Bonn 2010 zwei Filmreihen mit Musikdokumentationen. Die Filmreihe im Beethoven-Haus stellt den Komponisten Peter Ruzicka, den Pianisten Piotr Anderszewski und den Komponisten Jörg Widmann vor. In der Brotfabrik ist eine Dokumentation über die Auseinandersetzung des Arditti Quartett mit Luigi Nonos Streichquartett «Fragmente – Stille. An Diotima» zu sehen. Mehr unter www.beethovenfest.de


Marios Joannou Elia komponiert Autosinfonie

(04.08.2010)

Was haben Hupentöne, Motorheulen, zarte Geigenklängen und Chorgesang gemeinsam? ­ In einem Großprojekt lässt der zypriotische Komponist Marios Joannou Elia diese scheinbar unvereinbaren Klangwelten einander begegnen. Zum 125. Geburtstag des Autos komponiert er eine Autosinfonie, in die Autos als Percussion Instrumente mit eingebunden sind. Motor, Hupe und Scheibenwischer erzeugen Tonfolgen und Beats, die zusammen mit Orchester und Chor einen sinfonischen Dreiklang bilden. Die autosymphonic wird am 10. September 2011 in Mannheim, der Geburtsstadt des Automobils, am Wasserturm uraufgeführt als Höhepunkt und Abschluss des Automobilsommers 2011. Die insgesamt 80 Autos, die in die Sinfonie mit eingebunden werden, wählt Marios Joannou Elia in mehreren «Castings» persönlich aus. Die Bandbreite soll von Rennwagen über Limousinen und Oldtimer bis hin zu Traktoren reichen. Das erste «Casting» findet am 12. August 2010 in Hockenheim statt: Der Verein der Oldtimerfreunde Heidelberg führt ausgewählte Fahrzeuge vor, deren spezielle Sounds wie Motor starten, Fenster öffnen und schließen oder Kofferraumdeckel klappen ausgiebig begutachtet werden.


Schumann «abgedreht» - Die Zwickauer Filmnächte

(30.07.2010)

Am Mittwoch, den 4. August 2010, beginnen die Zwickauer Filmnächte. An fünf Abenden werden sechs Schumann-Filme aus sieben Jahrzehnten präsentiert. Bis einschließlich 8. August sind dann „Klassiker“ wie „Träumerei“ aus den 40er Jahren, „Songs of Love“ mit Katherine Hepburn oder „Frühlingssinfonie“ mit Nastassja Kinski und Herbert Grönemeyer zu erleben. Gezeigt werden täglich ab 20 Uhr aber auch neuere Streifen wie „Vier Minuten“ mit Monica Bleibtreu, „Geliebte Clara“ mit Martina Gedeck in der Hauptrolle oder „Hommage an Robert Schumann“, der erst in diesem Jahr seine Premiere erlebte.


Ostseebiennale der Klangkunst 2010

(27.07.2010)

«Landscape – Relaunched Mappings» – unter diesem Titel präsentiert sich die aktuelle Produktion der Ostseebiennale der Klangkunst. Vom 1. bis 5. September 2010 sind im Nationalpark-Zentrum Königstuhl Sassnitz auf Rügen Installationen aus dem Feld der Klangkunst zu erleben. Meisterschüler von Ulrich Eller, Bogomir Ecker und Raimund Kummer (HBK Braunschweig) haben unter Leitung von Christoph Metzger und Ulf Steiner (Nationalpark-Zentrum) ortspezifische Projekte entwickelt, die 170 Jahre nach dem Tod Caspar David Friedrichs (1774-1840) im 200. Todesjahr von Philipp Otto Runge (1777-1810) auf der Suche nach mentalen Motiven sind. Landschaft und Erinnerung werden auf Basis jener Bilder ergründet und fortgeschrieben, die zum Symbol deutscher Romantik wurden. Die Motive werden vor Ort aufgegriffen und künstlerisch und wissenschaftlich reflektiert. (Foto: Christoph Metzger)


sounding D – Neue Musik in Deutschland erfahren

(29.06.2010)

Mit «sounding D» veranstaltet das Netzwerk Neue Musik als Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes zur Halbzeit nicht nur querschnitthaft die Kunstmusik der Gegenwart, sondern präsentiert auch die bundesweit 15 regionalen Netzwerke, die es von 2008 bis 2011 fördert. Vom 25. August bis 12. September 2010 lädt «sounding D» umfassend dazu ein, neue Musik zu erfahren: im Zug, live und im Internet sowie entlang der Route des Klangzugs in 15 Netzwerkprojekten. In Kooperation mit diesen bietet «sounding D» täglich zahlreiche Veranstaltungen mit Musik, bei Soundwalks, Aktionen und Konzerten vor Ort. Seinen Zug durch die neue Musik und das Land beendet «sounding D» mit dem dreitägigen Festival «mittenDrin» in Eisenach. Mehr unter www.sounding-D.net


Giga-Hertz-Preis für elektronische Musik 2010

(08.06.2010)

Das ZKM | Institut für Musik und Akustik verleiht seit 2007 alljährlich zusammen mit dem Freiburger EXPERIMENTALSTUDIO des SWR den Giga-Hertz-Preis für elektronische Musik. Der internationale Musikpreis richtet sich an KomponistInnen mit Arbeiten im Bereich der elektronischen und akusmatischen Musik. Es werden ein Hauptpreis sowie vier Produktionspreise von einer international besetzten Fachjury vergeben. Der Hauptpreis zeichnet das künstlerische Schaffen renommierter KomponistInnen aus. Er wird nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern durch Vorschläge der Jurymitglieder ermittelt. Die vier Produktionspreise dienen der Initiierung und Förderung neuer Projekte und richten sich daher besonders an NachwuchskomponistInnen im Bereich der elektronischen und akusmatischen Musik. Grundlage der Preisvergabe ist eine Komposition der letzten fünf Jahre sowie ein Exposé für ein zu realisierendes Werk. Die eingereichten Werke können sich in vielfältigen Kombinationen und Stilrichtungen äußern. Es werden keine ästhetischen Begrenzungen, sondern allein funktional inhaltliche Kriterien festgelegt. Alle Kompositionen sollen daher zumindest einem der folgenden drei Kriterien entsprechen: 1. Kompositionen für fixed Media | 2. Kompositionen für Elektronik mit Instrument(en) | 3. Eine der genannten Kategorien, unter Einbezug eines Videos (Die ausschließlich die Musik betreffende Bewertung erfolgt unabhängig vom Video.) Der Hauptpreis ist mit 15.000 EUR dotiert, die vier Förderpreise mit jeweils 8.000 EUR. Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 20. Juni 2010. Die Vergabe der Preise erfolgt im November im ZKM Karlsruhe. Weitere Informationen und Bewerbungen unter www.giga-hertz.de


Minuten-Konzerte in Grazer Galerien

(04.06.2010)

Am Samstag, den 12. Juni 2010, lädt die Initiavtie «impuls» von 10.30 bis ca. 21 Uhr zu den «impuls MinutenKonzerten» ein, ein samstäglicher musikalischer Streifzug durch Grazer Galerien. An jeder Location erwarten die Besucher zu bestimmten Terminen junge Musiker mit rund dreißigminütigen impuls-Musik-Programmen (neue und zeitgenössische Musik sowie Improvisationen), kurze Führungen durch die Ausstellung … und auch genügend Zeit, sich mit Künstlern, Musikern, Galeristen, Kuratoren, Kunstfreunden und anderen Mitmenschen auszutauschen und durch die Stadt zu flanieren. Der Rundgang wird des Abends mit mehreren Konzertteilen im Forum Stadtpark beschlossen. Der Eintritt ist frei. Der Veranstaltung gehen impuls-Workshops für alle teilnehmenden MusikerInnen in Graz und Wien unter der Leitung von Dimitrios Polisoidis voran. (Foto: Werner Korn) Mehr unter www.impuls.cc


Symposium und Workshops zu «Le Père» von Michael Jarrell

(04.06.2010)

Am Samstag, den 5. Juni 2010, finden von 10 bis 18 Uhr im Schwetzinger Schloss unter dem Titel «Positionen zum Musiktheater» ein Symposium und Workshops zur Uraufführung «Le Père» von Michael Jarrell bei den Schwetzinger Festsüpielen statt. Beteiligt sind Norbert Abels, Julia Cloot, Georges Delnon, Michael Jarrell, Katja Leber, Serge Lemouton, Patrick Primavesi, Christoph Steiner und André Wilms. Veranstalter sind die Schwetzinger SWR Festspiele in Kooperation mit dem Institut für zeitgenössische Musik I z M der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Der Eintritt ist frei.


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