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Nachtkonzert in der Pinakothek der Moderne

(02.02.2012)

Der 1954 in Schaffhausen geborene Komponisten Beat Furrer, der heute zu den bedeutendsten musikalischen Stimmen seiner Generation zählt, steht am 4. Februar 2012 ab 22 Uhr im Zentrum der NACHTMUSIK DER MODERNE in der Münchener Pinakothek der Moderne.

Zentrale Konstanten in Furrers umfangreichem Schaffen, das von der Kammermusik bis zu großen Musiktheaterwerken reicht, sind einerseits die vielfältigen Beziehungen zwischen Stimme und Instrument, zwischen Sprache und instrumentaler Phrasierung, und zum anderen die Beziehungen zwischen Musik und den Räumen, die sie umgeben. Dem trägt das Programm mit dem Münchener Kammerorchester in der Rotunde der Pinakothek der Moderne auf vielfältige Weise Rechnung: klein besetzte Vokalwerke – mit der Sopranistin Hélène Fauchère – stehen zwei bedeutenden Streichorchester-Stücken gegenüber, «antichesis» von 2006 und dem 2010 entstandenen «Xenos III». Der Komponist wird zusammen mit Alexander Liebreich das einführende Gespräch um 21 Uhr im Ernst von Siemens-Auditorium gestalten.


Lateinamerika in Münster: KlangZeit 2012

(02.02.2012)

Das KlangZeitFestival Münster widmet sich in seiner siebten Auflage der neuen Musik Lateinamerikas. Vom 29. Februar bis zum 11. März reisen dafür 100 Musiker und Musikerinnen über den Atlantik ins westfälische Münsterland, darunter auch das bolivianische Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos, das unter der Leitung von Cergio Prudencio die naturhaften Instrumentalklänge des An­den-Hochlandes mit den Errungenschaften der zeitgenössischen Musiksprache vereint.

Ebenfalls begrüßt wird der Brasilianer Rubens Ricciardi, der als Leiter der musikwissenschaftlichen Abteilung des Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo das sinfonische Schaffen seines Landes wie aus dem Effeff kennt. Während die Musik Argentiniens mit Live-Elektronik aus Buenos Aires und einer Aufführung von Mauricio Kagels «Tribun» Gehör findet, erinnert Frederic Rzewskis Klavierzyklus «The People United Will Never Be Defeated» über Sergio Ortegas gleich­namiges Protestlied an das Schicksal der chilenischen Bevölkerung unter der Diktatur von General Pinochet.

Insgesamt acht neue Kompositionen von südamerikanischen Komponisten wie Chico Mello und Rodolfo Acosta werden bei den 15 Veranstaltungen aus der Taufe gehoben. Aber auch einer der renommiertesten Gegenwartskomponisten Italiens ist mit von der Partie: Giorgio Battistelli (Foto: © Ricordi Mailand) entwarf im Auftrag der Gesellschaft für Neue Musik Münster das Werk «Pacha Mama» (Mutter Erde), eine orchestrale Vorstudie zu der 2013 für die Mailänder Scala geplanten Oper über das Problem der Erderwärmung nach Texten von Al Gore. Die Uraufführung findet am 6. und 7. März in Gegenwart des Komponisten durch das Sinfonieorchester Münster unter Leitung von GMD Fabrizio Ventura statt. Das volle Programm gibt's hier.


Beim Barte Blaubarts!

(02.02.2012)

Am 24. und 25. Februar veranstaltet das Musikwissenschaftliche Institut der Universität Bremen gemeinsam mit der Oper Bremen die internationale Tagung «Geheimnis und Vertrauen, Verbot und Strafe. Blaubart-Opern». Dabei steht der Blaubart-Stoff und seine Ausgestaltung in Literatur, Kunst und Oper im Zentrum. Ausgehend von der These, dass Bildkünste, literarischen Texte und Opern als Spiegel der Lebenswirklichkeit Informationen über den politischen, historischen und soziologischen Diskurs ihrer Entstehungszeit zu geben vermögen, versuchen die TeilnehmerInnen die Blaubart-Gestaltungen als diskursive Praktiken zu entschlüsseln.

In einem ersten Komplex der Tagung geht es um die literarische und bildkünstlerische Ausführung des Blaubart-Mythos, um das Blaubart-Thema im Märchen von Perrault bis hin zu den Dramen und Erzählungen Ludwig Tiecks, Alfred Döblins, Max Frischs und Martin Mosebachs sowie um die Illustrationen von Ludwig Richter und Gustave Doré (Foto). Der zweite Komplex gilt der Analyse der Blaubart-Opern von André Grétry, Paul Dukas, Béla Bartók und Franz Hummel. Im dritten Komplex ist ein «anderer» Blick auf das Blaubart-Sujet zu werfen, indem Offenbachs Operette «Barbe-Bleue» als intertextuelle Reflexion des Blaubart-Diskurses diskutiert werden soll. Das volle Programm gibt's hier.


Einblick in Rihms Streichquartett-Schaffen

(02.02.2012)

Die Feierlichkeiten um Wolfgang Rihms 60. Geburtstag haben bereits begonnen und letzten Monat mit der 5. Streichquartett-Biennale in der Pariser Cité de la Musique bereits einen ersten Höhepunkt erreicht. Auf dem Programm standen alle 19 Streichquartette Rihms, gespielt von den bekanntesten Quartetten der Welt (darunter Kronos, Zemlinsky, Hagen, Modigliani, Tokyo, Casals und Arditti). Auch wenn der letzte Ton des Festivals bereits am 22. Januar verklungen ist – was bleibt, sind die Werke. Und die sind weiterhin auf dem Blog der Universal Edition zu betrachten. Aus dem Wiener Verlagshaus heißt es: «Um die Einmaligkeit dieser Präsentation von Rihms Musik zu feiern, stellen wir die Partituren aller Streichquartette (soweit verfügbar) kostenfrei online.» Blättern Sie selbst mal durch: hier geht's zum UE-Blog. Foto: © Universal Edition | Eric Marinitsch


Ernst von Siemens Musikpreis geht an Friedrich Cerha

(02.02.2012)

Der internationale Ernst von Siemens Musikpreis geht 2012 an Friedrich Cerha. Der 1926 geborene österreichische Komponist erhält den mit 200.000 Euro dotierten Preis als Auszeichnung für sein Lebenswerk. Vorrangig Komponist, sodann Dirigent, Organisator, Lehrer und Musikwissenschaftler, erlangte Cerha internationale Bekanntheit durch die Oper «Baal» und die Ausarbeitung des dritten Aktes von Alban Bergs Oper «Lulu». Die jüngste Gesamtaufführung seines «Spiegel-Zyklus», einem der Meilensteine der Musikgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg, legt Zeugnis ab von der Aktualität seiner Musik und ihrer fast physischen, klanglichen und emotionalen Sogwirkung. Die Schaffenskraft und schöpferische Neugier dieses Meisters beeindruckender Klanglandschaften sind ungebremst, wie die zahlreichen Uraufführungen der letzten Jahre eindrucksvoll belegen. Der Ernst von Siemens Musikpreis wird Cerha (Foto: © Ernst von Siemens Musikstiftung | Manu Theobald) am 22. Juni 2012 im Münchner Cuvilliés-Theater vom Präsidenten der Bayerischen Akademie der Schönen Künste überreicht. 

Die drei Förderpreise für junge Komponisten gehen an den Briten Luke Bedford, Zeynep Gedizlioglu aus der Türkei und Ulrich Alexander Kreppein aus Deutschland. Insgesamt vergibt die Ernst von Siemens Musikstiftung 2,7 Millionen Euro. Gefördert werden 2012 weit über hundert zeitgenössische Musikprojekte mit Künstlern aus 30 Ländern weltweit. 


Matthias Gawriloff neuer Geschäftsführer der basel sinfonietta

(31.01.2012)

Matthias Gawriloff wird neuer Geschäftsführer der basel sinfonietta. Gawriloff folgt auf Harald Schneider, der seit Januar 2004 der basel sinfonietta als Geschäftsführer verbunden war und in gleicher Funktion ans Philharmonische Orchester Freiburg (Breisgau) wechselt.
 
Matthias Gawriloff stammt aus einer traditionsreichen Musikerfamilie. Nach dem Klarinettenstudium an der Staatlichen Hochschule Hannover spielte er als Soloklarinettist bei der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford und als Bassklarinettist an der Oper Hannover. Es folgten Jahre als Solist in verschiedenen Orchestern und Kammermusikensembles auf internationalen Bühnen. Gawriloff war Stipendiat der Cité internationale des Arts in Paris als Auszeichnung für die Intendanz des Projekts Kammermusik und Jazz und der Landesmusikfestivals in Hannover und Niedersachsen. Von 1996 bis 1999 wirkte er als Manager des Sinfonieorchesters des Saarländischen Rundfunks und war parallel mit der Produktionsleitung internationaler Tourneen des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg betraut. Im November 2001 übernahm Matthias Gawriloff die Intendanz der Deutschen Kammerakademie. Seit Herbst 2008 und bis Ende Juni 2012  ist er Direktor des Berner Symphonieorchesters.
 
Gawriloff wird seine Stelle als Geschäftsführer der basel sinfonietta zum 1. Juli 2012 antreten. Bereits ab dem 1. Februar wird er mit einem Teilzeitpensum seine Tätigkeit bei der basel sinfonietta aufnehmen. Die basel sinfonietta wurde 1980 von jungen Musikerinnen und Musikern mit viel Idealismus gegründet. Damals und heute ist es das Ziel des Orchesters, zeitgenössische Musik, Unbekanntes sowie bekannte Werke in neuen Zusammenhängen einem Publikum zu vermitteln, das sich offen zeigt für ungewöhnliche und experimentelle Klänge.


David Behrman ist Gast der reiheM in Köln

(30.01.2012)

Erstmals seit 2001, als dem New Yorker Komponisten eine Porträt-Reihe gewidmet war, ist David Behrman (geboren 1937) wieder mit einem außergewöhnlichen Konzert am 27. März 2012 in Köln (Alte Feuerwache, Melchiorstraße 3) zu erleben.

«Homemade electronics» nennt Behrmann seine selbstgebauten Musiksynthesizer, Frequenzmodulatoren und spannungsgesteuerten Verstärker. Weil ihm der Zugang zu den renommierten Musikstudios verwehrt blieb und er sich die wenigen und zudem teuren Synthesizer nicht leisten konnte, begann er Mitte der 1960er Jahre damit, eigene elektronische Schaltungen zu entwerfen und in seine Kompositionen einzubeziehen. Als es ihm schließlich gelang, KIM-1 – einen kaum 550 Gramm schweren und etwa 200 Dollar teuren Vorläufer des Apple II-Computers – so zu programmieren, dass er improvisierte Tonfolgen erkennen konnte, war das die Geburtsstunde der interaktiven Computermusik. Bis heute ist Behrman der Idee einer elektroakustischen Musik mit einfachsten Mitteln treu geblieben. Mehr zum Konzert der «reiheM» unter www.reihe-m.de 


Kulturcampus Frankfurt: Ensemble Modern macht mit

(30.01.2012)

Das Ensemble Modern möchte gemeinsam mit acht weiteren international renommierten Kultur-, Lehr- und Forschungseinrichtungen auf dem entstehenden Kulturcampus Frankfurt ein neues Zentrum der zeitgenössischen Künste und Wissenschaften bilden.

In der Mitte von Frankfurt am Main werden die Partner des Forum Kulturcampus experimentieren, forschen und kooperieren, um in gemeinsamer Produktion, Präsentation und Vermittlung neue Maßstäbe in Kunst, Wissenschaft und Ausbildung zu setzen. Auf dem ehemaligen Universitätsgelände zwischen den Stadtteilen Westend und Bockenheim entsteht ein modernes, transparentes und öffentliches Forum mit weltweiter Strahlkraft und Bürgernähe. Weitere Informationen unter www.kulturcampusfrankfurt.de


Diskussionsreihe «In welchen Städten wollen wir leben?»

(27.01.2012)

Am 12. Februar 2012 findet in der Deutschen Oper am Rhein, Opernhaus Düsseldorf, mit dem Thema «Medien und städtische Kommunikation» die vierte Veranstaltung der Diskussionsreihe «n welchen Städten wollen wir leben?» statt. Der Deutsche Bühnenverein veranstaltet diese Reihe in Zusammenarbeit mit Theatern und Opernhäusern in Stuttgart, Frankfurt am Main, Dresden, Düsseldorf und München. Damit soll eine öffentliche Diskussion über die Zukunft der Stadt angeregt werden. Experten aus unterschiedlichen Bereichen debattieren über die gegenwärtige Situation und mögliche Gestaltungsansätze.

Diskussionsteilnehmer sind Sven Gösmann (Chefredakteur Rheinische Post), Tina Jerman (Geschäftsführerin EXILE-Kulturkoordination), Prof. Dr. Dr. h.c. Gert Kaiser (Rektor a.D., Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf), Hans-Georg Lohe (Kulturdezernent Stadt Düsseldorf), Prof. Christoph Meyer (Generalintendant Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg); es moderiert der Journalist Gerhard Jörder. Mehr hier


46. Darmstädter Ferienkurse: Anmeldeunterlagen sind online

(24.01.2012)

Vom 14. bis 28. Juli 2012 veranstaltet das Internationale Musikinstitut Darmstadt (IMD) die 46. Ferienkurse für Neue Musik. Zu den bestehenden Schwerpunkten Komposition, Interpretation und Research wird in den Darmstädter Ferienkursen weiterhin verstärkt auf ein «vernetzes Arbeiten» gesetzt. Dafür sollen die einzelnen Projektformen noch vertieft und ausgebaut, vor allem aber weiter füreinander geöffnet werden. Der 100. Geburtstag von John Cage liefert außerdem Anlass, dessen Werke sowohl in den Ferienkurs-Projekten zu untersuchen als auch im Eröffnungskonzert mit dem Ensemble Modern und der Jungen Deutschen Philharmonie unter der Leitung von Peter Rundel im Darmstadtium aufzuführen.

Insgesamt 51 DozentenInnen stehen den KursteilnehmerInnen zur Verfügung:

  • Komposition: Georges Aperghis, Pierluigi Billone, Raphaël Cendo, Brian Ferneyhough, Jorge Sánchez-Chiong, Rebecca Saunders, Mathias Spahlinger, Hans Thomalla, Manos Tsangaris, Jennifer Walshe
  • Visiting Composers: James Dillon, Bill Fontana, Dai Fujikura, Claus-Steffen Mahnkopf, Tristan Murail, Wolfgang Rihm, Johannes Maria Staud, Hildegard Westerkamp
  • Interpretation: Pierluigi Billone (Studio Interpretation), François Deppe (ENSEMBLE 2012), Christian Dierstein (Schlagzeug), Lucas Fels (Violoncello), William Forman (Blechbläser), Marino Formenti (Studio Interpretation), Eva Furrer (Flöte), Uli Fussenegger (Kontrabass), Pascal Gallois (Fagott), Nicolas Hodges (Klavier), Graeme Jennings (Violine), Arnold Marinissen (Schlagzeug), Donatienne Michel-Dansac (Stimme), Ernesto Molinari (Klarinette), Tom Pauwels (Gitarre & E-Gitarre), Geneviève Strosser (Viola), Mike Svoboda (Posaune), Peter Veale (Oboe), Lucas Vis (ENSEMBLE 2012), Marcus Weiss (Saxofon)
  • Research: Stefan Fricke, Michael Rebhahn (Konstellationen «How to perform John Cage?»), Ulrich Mosch, Yuval Shaked, Christpoh Neidhöfer (Seminar Ästhetik, Analyse und Theorie)
  • Sonderprojekte: Bill Fontana, Shintaro Imai, Matmos, Germán Toro-Pérez, Hildegard Westerkamp (Atelier Elektronik), Berno Odo Polzer (Open Space), Björn Gottstein, Stefan Fricke, Frank Hilberg (Schreibwerkstatt).

Das detaillierte Konzertprogramm wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Die Anmeldung ist nur online möglich. Die Anmeldefrist endet am 30. April 2012. Anmeldung hier


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