daten zur geschichte der zeitschrift "melos"
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Die Zeitschrift «Melos» war am 1. Februar 1920 von Hermann Scherchen im festen Glauben an die systemsprengende Kraft avantgardistischer Kunst gegründet worden. Sie fungierte zunächst als Organ der 1918 von Scherchen gegründeten «Neuen Musikgesellschaft». Auch begleitete sie die Gründung der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM), die in Anlehnung an den Völkerbund ins Leben gerufen worden war, indem sie sich zum Ziel setze, die internationale Musikszene zu porträtieren. |
Die «Musikblätter des Anbruch», die 1919 von der Universal Edition Wien ins Leben gerufen worden waren, um der Musik Arnold Schönbergs und des Schönberg-Kreises zum Durchbruch zu verhelfen, dienten Scherchen als Anregung. Das eigentliche Vorbild der neuen Zeitschrift war allerdings das gleichnamige «Melos» von Piotr Schuffinski, eine russische Zeitschrift, die dem polititischen Utopismus eines Majakowski und Lunatscharski nahestand.
Bereits im März 1921 zieht sich Scherchen als Herausgeber zurück und übergibt Redaktion an den Musikwissenschaftler Fritz Fridolin Windisch. Vom August 1922 an bis 1924 erscheint Melos nicht.
1927 dann erfolgte die Übernahme durch den Schott-Verlag. Herausgeber ist Hans Mersmann. Er öffnet die Zeitschrift dem Jazz, der elektroakustischen Musik und den fortschrittlichen Strömungen der Mupädagogik.
Ab 1933 wird Melos von Heinrich Strobel herausgeberisch betreut. Nach desssen Emigration erfolgt 1934 unter Ernst Laaff die Gründung des «Neuen Musikblattes» (Melos – Neue Folge).
1943 schließlich kommt es zur Zwangsvereinigung mehrerer Zeitschriften – darunter auch «Melos» – zu «Musik im Kriege».
Die Wiederbelebung unter dem Herausgeber Heinrich Strobel erfolgt bereits im November 1946; die Herausgeberschaft wird später von Gerth-Wolfgang Baruch wahrgenommen.
1975-1979 kommt es aus wirtschaftlichen Gründen zur Zusammenlegung mit der Neuen Zeitschrift für Musik, die seit 1956 ebenfalls bei Schott erscheint. Die neue Zeitschrift «Melos/NZ für Musik» wird von Carl Dahlhaus, Hans Oesch, Ernst Thomas und Otto Tomek verantwortet.
Die erneute Wiederbelebung von «Melos» 1984 verdankt sich einer Initiative Wilhelm Killmayers, Siegfried Mausers und Wolfgang Rihms.
Mangels wirtschaftlichen Erfolgs wird «Melos allerdings bereits 1988 erneut eingestellt. Ein Melos-Jahrbuch Klaviermusik erscheint 1992

