ensemble resonanz
Das 1995 gegründete Kammerorchester hat seit 2002 als Ensemble-in-residence seinen festen Sitz in der Hamburger Laeiszhalle.
Der Anspruch, der hinter dem Namen des Ensembles steht, kommt am bündigsten im Konzept der Konzertreihe “Resonanzen” zum Ausdruck. Während in der Musikszene lange Zeit die Spezialisten-Ensembles das Feld beherrschten, setzt das Ensemble Resonanz bewusst auf den Widerhall zwischen den Epochen und Stilen. Das Ensemble spielt Barockes und Modernes, Klassiker und deren Bearbeitungen. Dies kann mit einem echten Erkenntnisanspruch verbunden sein, wie beim Debüt-Programm, als man Anton Weberns expressionistische Bagatellen zwischen den Zäsuren der Streichorchesterbearbeitung von Bachs altmeisterlichen Goldberg-Variationen einschob. Es kann aber auch spielerisch-kombinatorisch daherkommen, wie z.B. am 23. März 2004, als der inzwischen zum Stargeiger avancierte Renaud Capuçon zusammen mit dem Ensemble einen Abend rund um die Zahl 23 gestaltete, von Richard Strauss’ “Metamorphosen” für 23 Solostreicher bis zu John Cages genau 23 Minuten dauerndem “numberpiece” mit dem Titel TWENTYTHREE.
Mit ihren Programmen, die durch Kontraste neue, übergreifende Hörweisen stiften, hat sich die basisdemokratische Musiker-GmbH in und um Hamburg einen Namen gemacht. Der Generalmusikdirektor Ingo Metzmacher verabschiedete sich aus der Hansestadt, indem er die Hälfte seines Preisgeldes aus der Verleihung des “Max Brauer Preises” an das Ensemble stiftete.
Die “Resonanzen” haben sich inzwischen zu einem musikalischen Exportgut erster Ordnung gemausert. Mit Programmen, die sie in Hamburg im Rahmen der Reihe vorstellen, werden die Musiker in der kommenden Saison 2005/06 in Rothenburg, Lüneburg sowie in der Berliner Philharmonie und im Konzerthaus am Gendarmenmarkt gastieren. Auf dem Feld der Neuen Musik ist das Ensemble bundesweit ein Begriff. In der Kaderschmiede der Neuen Musik, bei den Darmstädter Ferienkursen, stellt das Ensemble sein Können der Experimentierlust junger Komponisten zur Verfügung. Und ein ähnliches Engagement wird wohl auch der Auftritt bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik verlangen, bei denen man im Mai 2006 an einem Tag gleich drei neue Werke zur Uraufführung bringt.
Europaweit wird das Ensemble Resonanz in der Saison 2006 u.a. beim Casals Festival in Spanien gastieren und den Neujahrsempfang im Hanse Office, der gemeinsamen Brüsseler EU-Vertretung von Hamburg und Schleswig Holstein, musikalisch ausgestalten.
Ausgewählte Aufsätze der Neuen Zeitschrift für Musik
Meret Forster: «Neuerungen müssen nicht radikal sein». Der Dirigent Titus Engel im Gespräch, Neue Zeitschrift für Musik 1/2007
