liquid penguin ensemble
Katharina Bihler und Stefan Scheib gehören zu einer jungen Performer-Generation, die neue Musik, neues Hörspiel und neue Medien miteinander verschwistern. Als sie sich 1996 kennen lernten, hatte Katharina Bihler (geb. 1967 in Esslingen) mit Erfolg ein Psychologiestudium absolviert und parallel als Schauspielerin, Sängerin und Regieassistentin gearbeitet. Stefan Scheib (geb. 1965 in Völklingen) hatte am luxemburgischen Conservatoire de la Musique E-Bass, Kontrabass und Komposition studiert und Privatunterricht u. a. bei Gary Willis und Adelhardt Roidinger erhalten. Er war musikalisch auf dem Weg weg vom Jazz hin zu improvisierter Musik, zu anderen Medien, anderen Sparten. Und hin zu Katharina Bihler. Die wünschte sich «offene Konzepte», Stefan Scheib entdeckte seine Leidenschaft fürs «Springen zwischen den Stilen». Knapp ein Jahr nach der ersten Begegnung gründeten sie ihre eigene Formation: das Liquid Penguin Ensemble.
Durchdringend war ihre künstlerische Kooperation von Anbeginn an, seit dem ersten Stück Schlagschatten (1997), eine Art Detektivgeschichte nach Paul Auster mit Assoziationen zum Film Noir, ein Musikhörspiel, musikalisch noch sehr im Jazz verhaftet, bluesig, dirty, unter Charles Mingus-Einfluss. Wie viel Musik verträgt sich gleichzeitig mit Wort, fragten sich Bihler und Scheib in der Folge, etwa auch bei life of brain (2000).
Im jeweiligen Metier entwickelten sich beide mit- und unabhängig voneinander weiter. Während der eine Elemente der Musique concrète aufnahm und motivisch in seine Partituren hinein collagierte, Klänge nunmehr auch am Computer veränderte, schuf die andere entsprechende Raumsituationen, konzipierte experimentelle Auftritte und verfasste vorzutragende Treatments. Sie traten in der Münchener t-u-b-e (Galerie für radiophone Kunstinstallationen und Audio-Performances) und bei den Neunkircher Literaturtagen in der Stumm’schen Reithalle auf. Dann folgte 2002 Stromspiegel, ein begehbares (Radio-) Hörspiel auf der Textgrundlage von Ausonius’ Mosella.
Ihren Installationen ähnlich, bei denen vielfältige akustische Klangzustände optisch entfaltet werden, ergänzen sich Katharina Bihler und Stefan Scheib. Dass ihre künstlerischen Mühen nicht allein der eigenen Selbstverwirklichung (und dem Broterwerb) dienen, unterstreichen beide. Deswegen veranstalten sie seit fünf Jahren ihr eigenes Festival («opening» betitelt), das im Kulturzentrum Tuchfabrik Trier stattfindet und bei dem zuletzt Mike Svoboda mit seinen "14 Versuchen, Wagner lieben zu lernen" zu Gast war.
